Meine Ziele für 2021

Meine Ziele für 2021

Marina reitet ihr Pony Paola auf einem Turnier

Ein neues Jahr hat begonnen und ich habe mir Gedanken darüber gemacht, was ich dieses Jahr erreichen möchte. Ich glaube es hilft tatsächlich, wenn man sich kleine Ziele steckt, um daran zu arbeiten und sie schließlich zu erreichen. Es hilft mir dabei, meinen Alltag besser zu strukturieren und nicht total planlos in den Tag hinein zu leben. Natürlich habe auch ich diese „Faulenzertage“. Aber es ist gut, wenn es davon nicht zu viele gibt 😀 Meistens mache ich mir einmal die Woche Gedanken, was die nächsten 7 Tage so ansteht. Also Schule und Ponys ist ja eh immer gleich. Aber manchmal kommen Termine für den Kieferorthopäden, einem anderen Arzt oder Geburtstage hinzu. Trotzdem versuche ich immer, mir kleine Zeitfenster für meine Ziele einzuräumen. 

So möchte ich mit Paola dieses Jahr in einer M-Dressur starten. Dafür benötigen wir beide noch Trainingsstunden. Also plane ich diese mit ein. Auch wenn das Training mit Trainer aktuell noch nicht erlaubt ist, setze ich mir selber feste Trainingszeiten, wo ich konsequent übe. Außerdem bleibe ich optimistisch und hoffe, dass Reitstunden bald wieder möglich sind. In der Zwischenzeit gebe ich mein Bestes mit Paola, damit wir schnell wieder da anknüpfen können, wo wir bedingt durch den Lockdown aufhören mussten.

Auch schulisch möchte ich mich verbessern! Mein letzter Notendurchschnitt war eine 2,5. Grundsätzlich ist das okay. Jedoch bin ich mir sicher, dass ich bei dem ein oder anderen Fach durchaus etwas besser sein könnte. Ehrlicherweise fehlt mir manchmal die Motivation zum Lernen. Allerdings fühle ich mich auch häufig erschöpft, wenn ich aus der Schule komme. Um 7 Uhr in der Früh geht mein Bus. Dreimal in der Woche habe ich bis 15.00 Uhr bzw. 15.50 Schule. Dann kommt noch die Heimfahrt. Der Nachmittag ist dann schon fast gelaufen.  Nach dem Essen wird einem klar, dass noch Hausaufgaben zu erledigen sind. Auch wenn es immer heißt: „An langen Schultagen gibt es für den darauffolgend Tag keine auf“, funktioniert das nur theoretisch. Außerdem sind da ja noch die Vokabeln. In meinem Fall für drei Sprachen: Englisch, Französisch und Spanisch. Ach ja, und dann stehen noch die Klassenarbeiten und Tests an. An manchen Tagen fühle ich mich davon auch überfordert. Ich habe mal den Begriff „Bulimielernen“ gehört und ich finde, das trifft die Situation häufig sehr gut. Schnell alles rein in den Kopf und dann schnell alles wieder raus, um Platz für neue Lerninhalte zu schaffen. Kennt ihr das Gefühl?

Jetzt heißt es erstmal Homeschooling. Tatsächlich komme ich damit sehr gut zurecht. Natürlich ist auch hier Struktur wichtig, aber das bekomme ich gut hin. Ich finde die Ruhe beim Lernen sehr angenehm und in den Pausen kann ich mich gut entspannen. Essenstechnisch ist es auch viel besser und gesünder. Jedenfalls bei mir! Natürlich vermisse ich meine Freunde und die Pausen sind häufig sehr witzig. Aber insgesamt finde ich Homeschooling sehr angenehm. Außerdem ist es wirklich sehr schön, nicht den ganzen Tag eine Maske tragen zu müssen. Ich weiß, es gibt weitaus Schlimmeres auf dieser Welt. Meine Haut ist darüber trotzdem happy, denn im Bereich der Maske habe ich Hautirritationen bekommen. Kennt ihr dieses Problem Nun aber wieder zurück zu meinen Zielen! Also schulisch möchte ich noch so einiges verbessern. Ich habe mir vorgenommen, nicht zu kurzfristig mit dem Lernen für Klassenarbeiten anzufangen. Außerdem habe ich mir auf YouTube einige Videos zum Thema „effektives lernen“ angeschaut. Davon werde ich einiges umsetzen, denn Bildung ist einfach wichtig!

Marina und Paola beim Dressurtraining im Sommer

Ein weiters Ziel, welches ich verfolge, ist natürlich eine größere Reichweite auf Social Media. Ihr könnt euch gar nicht vorstellen, wie unglaublich happy ich bin, dass ihr mich so unterstützt! Ohne euch würde es „Marina und die Ponys“ nicht mehr geben.

Das bringt mich auch schon zu meinem letzten Ziel. Dankbarkeit! Vielleicht hört sich dieses kleine Wort für einige merkwürdig an, aber ich bin davon überzeugt, dass es jedem gut tut, dankbar zu sein. Ab und an nehme ich mir Zeit, um mir klar zu machen, wie gut ich es habe. All die kleinen Dinge, die für einen so selbstverständlich sind. Ein warmes Zimmer, immer einen gut gefüllten Kühlschrank, eine Familie die einen lieb hat usw.

Probiert es unbedingt aus. Das Leben ist kostbar und schön.

Setzt du dir auch Ziele? Und wie wichtig ist dir Struktur?

Marinas Familie
YouTube – Wie alles begann!

YouTube – Wie alles begann!

Die Anfangszeit von Marina und die Ponys

Wie kommt ein kleines Mädchen im Alter von 8 Jahren darauf, YouTube machen zu wollen? Na ganz einfach… sie liegt eingekuschelt auf dem Bett, denn draußen ist es regnerisch und stürmisch und schaut sich Pferdevideos von anderen Youtubern an. Und während sie davon nicht genug bekommen kann, denkt sie sich: „Hey, ich habe doch ein Shetty, ich möchte das auch machen!“

So jedenfalls war es bei mir. Ich durfte damals nur sehr selten das iPad von meinen Eltern haben. Sie meinten, es wäre nicht gut für mich, wenn ich so viel darauf schaue. Ein Handy bzw. Smartphone hatte ich damals noch nicht. Na, jedenfalls sah ich mir andere Pferdeyoutuber an und wollte das unbedingt auch machen! Immerhin hatte ich die zuckersüße Smarty und ich konnte mir gut vorstellen, dass andere gerne meine Erlebnisse mit ihr sehen würden. Wie der Blitz flitzte ich zu meinen Eltern und erzählte ihnen von meiner genialen Idee. Wie gesagt, damals war ich acht Jahre alt und so war es nicht sehr verwunderlich, dass meine Eltern so gar nichts davon wissen wollten. Sie konnten meinen Wunsch überhaupt nicht nachvollziehen. Außerdem hatten sie große Sorgen, dass sie mich im Netz nicht genügend beschützen könnten, da sie selber von dieser Plattform keine Ahnung hatten.

Traum geplatzt? Ne, denkste! Wer mich kennt, der weiß, dass ich nicht so schnell aufgebe. So nutzte ich jede Gelegenheit, meine Eltern damit zu bequatschen, dass es eine tolle Sache wäre, Youtuber zu sein. Doch egal wie sehr ich auch fragte, flehte, argumentierte oder einfach  nur bettelte… es blieb bei einem NEIN!

Es vergingen zwei lange Jahre, in denen ich an meinem Traum festhielt. Und dann geschah das Wunder!

Marina reitet auf Smarty mit einer GoPro aus

Es war im Sommer 2016, als meine Schwester Julia ihr Abitur machte und anschließend für ein Jahr ins Ausland ging. Ich wusste schon sehr lange von ihrem Vorhaben und fand es sehr aufregend. Doch als es Zeit wurde Abschied zu nehmen, überkam mich eine unendliche Traurigkeit. Ich musste die ganze Zeit weinen. Plötzlich hatte ich Angst, Julia vielleicht nie wieder zu sehen. Ein Jahr kam mir so lange vor. Und was, wenn ihr dort irgendwas passieren würde? Ich vermisste sie so sehr! Sicherlich hing das auch damit zusammen, weil ich mit Julia sehr viel Zeit verbracht hatte. Wir waren einfach immer gemeinsam bei unseren Ponys.

Robin merkte schnell, dass ich unter dieser Trennung sehr litt und so unternahm er viel mit mir. Wir fuhren gemeinsam in den Zoo, gingen Eis essen und machten einige Ausflüge. Irgendwie kamen wir dabei wieder auf das Thema YouTube. Ich erzählte ihm, wie cool es doch wäre, wenn Julia immer wieder Videos von den Ponys schauen könnte. Dann würde sie sehen, wie gut ich mich um alles kümmere und sie müsste sich keine Sorgen machen. Robin hörte mir lange zu, besprach mit mir ein paar Dinge, wie man vorgehen müsste und plötzlich kam er wenige Tage später in mein Zimmer und sagte mir, er hätte gerade eine Kamera bestellt und am Wochenende könnte ich mein erstes Video drehen und hochladen. 

Ich konnte mein Glück kaum fassen und ich frage mich heute noch, wie genial er doch bitteschön meine Eltern überzeugt hat. Endlich hatte ich meinen eigenen Pferdekanal! Natürlich gab es für mich strenge Regeln und ich durfte nie etwas alleine hochladen. Alles wurde von Robin kontrolliert. Meine Eltern vertrauten ihm sehr und tun das heute noch.

Auch wenn mittlerweile die gesamte Familie mich unterstützt, werde ich eines nie vergessen: Ohne meinen Bruder Robin, würde es das Projekt „Marina und die Ponys“ nicht geben und dafür bin ich ihm unendlich dankbar! Ebenfalls nicht ohne euch! Ein riesiges Dankeschön an die beste Community der Welt!!

Marina und Smarty im Winter 2016
Und plötzlich bist du nicht mehr da… RIP kleine Smarty!

Und plötzlich bist du nicht mehr da… RIP kleine Smarty!

RIP Smarty

Immer wenn es um mich herum still wird, ist mein Herz so unendlich schwer. Noch nie zuvor musste ich einen so großen Verlust hinnehmen und verarbeiten, wie es von mir letzte Woche verlangt wurde. Unsere kleine Shettystute Smarty war für so viele Jahre an meiner Seite. Die kleine Maus hat mir so viel beigebracht und ich bin ihr unendlich dankbar. 10 wunderbare Jahre waren wir zusammen, bevor sie schließlich mit 13 Jahren, einfach viel zu früh, über die Regenbogenbrücke galoppierte. Ihr Tod kam so unfassbar überraschend. Meine gesamte Familie kann nicht glauben, was letzte Woche passiert ist.

Es war ein Freitagmorgen in den Ferien. Ich lag noch im Bett. Durch die Ritzen meiner Jalousien konnte ich erkennen, dass draußen schlechtes Wetter war. So beschloss ich, noch ein wenig im Bett zu bleiben. Ich bin mir nicht sicher, ob ich nochmal eingeschlafen war, als plötzlich meine Mum in mein Zimmer gestürmt kam. Sie schmiss mich mit den Worten: „Wir müssen zu Smarty!“ aus dem Bett. Schlaftrunken zog ich mir schnell eine Leggings über, schlüpfte in Pulli und Socken, griff nach einer Jacke und stürmte ihr hinterher. Da ich an diesem Tag ein „100% Smarty“ Video drehen wollte, lag meine Kamera schon auf der Treppe. Also griff ich noch schnell nach ihr und dann saß ich auch schon im Auto. Auf dem Weg dorthin erzählte mir meine Mum, dass Smarty auf der Wiese liegen würde. Der Rest der Herde war am Heu fressen. Wir dachten beide sofort an eine Kolik, obwohl die Kleine damit bisher noch keine Probleme hatte. Bei Inka wurden wir tatsächlich schon häufiger wegen sowas angerufen. Glücklicherweise stellte sich das immer als relativ harmlos heraus. Eher Bauchschmerzen, die relativ einfach zu behandeln waren. Vielleicht hatte ich deshalb nicht so viel Angst auf der Fahrt dorthin und drehte für euch schon mal den Anfang fürs Video.

Als wir ankamen, standen schon andere am Zaun und ich sagte noch zu meiner Mum: „Schau mal, wie besorgt die gucken!“ Wir stiegen aus und meine Mum rief gleich rüber: „So schlimm?“ Die nächsten Worte, die ich hörte, rissen mir fast den Boden unter den Füßen weg. Ein Mann drehte sich zu uns und sagte: „Ja, das Pony liegt tot auf der Wiese!“

Erinnerungen an tolle Sommertage mit Smarty

Ich konnte nicht begreifen, was diese Worte bedeuten. Auf einmal wirkte alles wie in einem schrecklichen Traum. Ich schaute zu meiner Mum und sah, dass sie in Tränen ausbrach. Ich fühlte mich unfähig, überhaupt was zu sagen. Ein Rauschen dröhnte durch meinen Kopf. Wir nahmen uns in den Arm und gingen die Wiese runter. Keine Ahnung, ob noch irgendjemand etwas zu uns gesagt hatte. Ich war unfähig etwas wahrzunehmen und plötzlich sah ich Smarty leblos auf der Wiese liegen. Tränen schossen mir in die Augen. Weinend und zitternd hockte ich mich neben sie und streichelte sie immerzu.

Zwischenzeitlich war auch schon Robin eingetroffen und nahm mich in den Arm. Ich konnte und wollte nicht wahrhaben, was hier gerade geschah. Plötzlich fiel mir Julia ein. Sie war schon früh am Morgen weggefahren, denn sie hatte an dem Tag Abschlussprüfung für ihren Kutschenführerschein. Den hat sie extra für Smarty gemacht. Da wir Smarty nicht mehr so viel reiten konnten, wollten wir ihr das Kutsche fahren beibringen.

Nach kurzer Überlegung, ob wir Julia erst nach der Prüfung informieren, bestand Robin darauf, es sofort zu machen. Und er hatte recht. Meine Mum wollte ihr Bescheid geben, aber mir war es wichtig, es selber zu machen. Smarty war unser beider Baby. Weinend erzählte ich ihr, was passiert war. Julia schrie nur „nein!“ und brach ebenfalls in Tränen aus. Meine Mum wollte sie abholen, aber das hätte ihr zu lange gedauert, weshalb sie selber fuhr. Es dauerte eine Weile bis sie ankam. Sie sprang aus ihrem Auto, lief weinend über die Wiese zu Smarty und rief immer zu nein, nein, nein, mein Baby…. Auch sie zitterte unfassbar doll und setzte sich weinend zu Smarty. Es war so furchtbar!!! Wir haben uns dann noch eine Strähne aus Smartys Schweif rausgeschnitten. Davon wollen wir uns Armbänder machen lassen, um unser Baby immer bei uns zu tragen.

 Sicherlich fragt ihr euch, warum es auch Julia so hart getroffen hat… Naja, wenn man mal drüber nachdenkt, ist es ganz logisch. Smarty war 3 Jahre alt, als sie zu uns kam und ich war gerade mal 4 Jahre alt. Julia hat sowohl Smarty, als auch mir, ALLES beigebracht. Sie hat uns beide stets unterstützt und zu einer tollen Freundschaft verholfen. Smarty hat sich immer stark an ihr orientiert und sie war das erste Pony, das Julia selbst ausgebildet hat… unser Baby halt.

RIP kleine Smarty

Das Ganze ist jetzt eine Woche her. Ich kann es kaum glauben. Nun sitze ich hier vor dem Laptop, froh darüber, dass es kein Blatt Papier ist, worauf ich schreibe, denn meine Tränen würden die Tinte verlaufen lassen und berichte euch über den schlimmsten Tag meines Lebens.

Auch wenn mich das unendlich traurig macht, spüre ich auch, dass es mir gut tut… es hilft mir, die Geschehnisse zu verarbeiten. Wenn ich bei Paola bin, hilft mir das auch. Es tut mir gut, mit Menschen zu reden und Dinge zu unternehmen. Das sind die Momente, wo sich alles recht normal anfühlt. Am schlimmsten sind die Abende. Wenn ich in meinem Zimmer bin und an Smarty denke und sie mir so sehr zurück wünsche. Viele Menschen haben mir versichert, dass es besser wird.

An dieser Stelle möchte ich mich noch bei euch allen bedanken, die mir so viele liebe Nachrichten geschrieben haben. Unfassbar viele Edits wurden hochgeladen. Ich habe alles gelesen und angeschaut, denn es hat mein Herz berührt. So viel Anteilnahme war einfach überwältigend und ich möchte euch sagen, dass ihr wirklich die beste Community überhaupt seid.

Unsere kleine Smarty. Nie wieder darf ich ihre weichen Nüstern streicheln, ihr plüschiges Fell kraulen oder in ihre wunderschönen Augen schauen. Nun müssen wir unser Ponyleben ohne sie weiterführen, aber in unseren Herzen wird sie immer dabei sein…

Wir lieben dich, kleines schwarzes Shetty!

Schnipp, schnapp, Finger ab!

Schnipp, schnapp, Finger ab!

Marina hat sich den Finger abgeschnitten und ist im Krankenhaus

Das war mal wieder eine richtige Glanzleistung von mir. Viele von euch haben es schon über Instagram bzw. auf YouTube gesehen. Ich habe mir im Spanischunterricht mit der Schere ein Stück Finger abgeschnitten. Oh maaan… so doof! Aber jetzt ist es halt passiert. Viele von euch haben mir geschrieben, dass sie sich das Video nicht ansehen konnten, weil sie kein Blut sehen können. Deswegen habe ich mir gedacht, dass ich dazu einen Blogbeitrag mache, damit jeder auf dem Laufenden ist.

Genau gesagt habe ich mir die Fingerbeere abgeschnitten. Viele sehen das eher als Fingerkuppe, aber laut den Ärzten nennt es sich Fingerbeere. Wenn es die Kuppe wäre, dann wäre auch ein Stück Nagel weg. Da das nicht der Fall ist, ist es also die Fingerbeere.

Marina hat einen Druckverband um ihren Finger

Heute, einen Tag danach, habe ich viel stärkere Schmerzen. Ich musste zum Verbandswechsel nochmal ins Krankenhaus und natürlich war das sehr unangenehm, da die Wunde mit dem Verbandsmaterial verklebt war. Jetzt ist es schlimmer als gestern. Die Ärzte meinten, das läge am Adrenalinausstoß. Das kann auch sehr gut sein, denn obwohl alle in der Schule eher geschockt und ein wenig angeekelt aussahen, musste ich fast die ganze Zeit lachen bzw. Späße machen. Jedoch waren meine Beine wie Gummi. Ich kann es gar nicht richtig beschreiben. Sie füllten sich wie Wackelpudding an. Aber am besten erzähle ich euch erstmal, wie das überhaupt passiert ist.

Also, meine Freundin hat zur Zeit einen Gips, da sie sich ihren Daumen verletzt hat. Im Spanischunterricht bat sie mich, ihr beim Schneiden zu helfen. Natürlich nahm ich die Schere und das Blatt. Gleichzeitig hörte ich auch meiner Lehrerin zu. Als ich schnitt, spürte ich einen starken Widerstand. Ich dachte mir noch: „Hä, was geht das so schwer?“ Ich drückte mit voller Kraft die Schere zusammen. Im nächsten Augenblick flog ein Stück Finger von mir. Ich drehte mich zu meiner Freundin und meinte nur: „Mist, ich glaube ich habe mir in den Finger geschnitten!“ Die hat mich nur entsetzt angestarrt. Ich folgte ihrem Blick und sah, dass meine komplette Hand, wie auch der Boden, voller Blut waren. Oh shit! Dann ging alles relativ schnell. Ich sollte sofort zu den Ersthelfern. Meine Freundin kam natürlich mit und so tropfte ich mit meinem Blut den Flur entlang. Im Erste-Hilfe-Raum wurde mir ein Druckverband angelegt. Zur gleichen Zeit kontaktierte das Sekretariat meine Mum. Die war zufälligerweise ganz in der Nähe, weil sie einkaufen wollte.

 

Jedenfalls war sie innerhalb kürzester Zeit da und schaute auch… sagen wir mal… etwas entsetzt! Wir packten noch meine abgeschnittene Fingerbeere ein (man weiß ja nie) und fuhren sofort in die Notaufnahme. Dort kamen wir tatsächlich richtig schnell dran. Die Wunde wurde gereinigt, verbunden und man erklärte mir, dass sowas nicht genäht wird, sondern von alleine zuwachsen muss. Der Arzt merkte, dass ich sehr am Zittern war und er erklärte mir, dass das eine ganz normale Reaktion vom Körper sei. Eine Fingerspitzenverletzung soll wohl schlimmer für den Körper sein, als wenn man eine größere Gliedabtrennung hat. Ich konnte das zuerst kaum glauben. Aber auch meine Geschwister haben mir das bestätigt.

In der ganzen Zeit hatte ich wirklich keine Schmerzen gespürt. Als wir dann wieder im Auto saßen, musste ich auf einmal weinen. Die ganze Zeit war ich wirklich noch gut drauf, aber auf einmal kamen Tränen. Meine Mum meinte, dass seien die Nerven. Sie tröstete mich und dann fuhren wir nach Hause.

Es ist zum Glück mein linker Ringfinger, der verletzt und verbunden ist. Somit kann ich natürlich viele Sachen wie gewohnt selber machen…. außer reiten! Das ist für mich tatsächlich das Schlimmste an der ganzen Sache. Ich weiß nicht, ob es euch auch so geht, aber für mich ist das Reiten nicht einfach nur ein Hobby. Für mich ist es mein Leben. Alles was mit meinen Ponys zu tun hat. Bei ihnen finde ich den nötigen Ausgleich, um alles andere zu schaffen. Sie sind wie eine Tankstelle für mich. Klingt jetzt vielleicht seltsam, aber bei ihnen komme ich zur Ruhe und fühle mich anschließend wieder gestärkt.

Empfindet ihr das auch so stark oder ist es eher ein Hobby, welches einfach viel Freude bereitet? Schreibt mal in die Kommis 🙂

Marinas Finger neu verbunden